LEIPZIG LIEST: "Koloniale Gewalt kennt kein Gestern - Vorstellung des Romans 'Erinnern an uns'"
Bild: _copyright by Fondation Jan Michalski, Tonatiuh Ambrosetti & Lily Ammann
Koloniale Schuld kennt kein Gestern — Was auf dieser Insel einmal geschehen ist, wird verschwiegen, vertuscht, vergessen.
Die Gerichtsmedizinerin Susanne Knecht glaubt ihrer Vergangenheit im Gewimmel der Großstadt Neuwien entkommen zu sein. Sie schläft mit Frauen und Männern, ist liberal eingestellt — und lässt niemanden an sich heran. Doch als eine Leiche entdeckt wird, die wie eben erst gestorben aussieht, aber innerhalb kürzester Zeit verwest, muss sie sich einem Jahrzehnte zurückliegenden Grauen stellen, das sie an den Ort ihres Aufwachsens zwingt. Was sie dort erlebt, raubt ihr jede Gewissheit und vielleicht ihren Verstand — selbst die Rückkehr nach Neuwien, wo sie wieder umgeben ist von ihren Liebschaften, kann sie nicht mit ihrer Heimat versöhnen. Was bleibt, ist die Flucht nach vorn.
»Erinnern an uns« ist ein an intertextuellen Verweisen reicher Roman über koloniale Verbrechen und kollektives Schweigen, dessen alternative Vergangenheit von unserer Gegenwart erzählt.
»Ich kenne niemanden, der in der österreichischen Gegenwartsliteratur Versuchsanordnungen einer solchen Größenordnung anstrengt, und dabei Vergangenheit und Zukunft unseres Landes auf so unerwartete Weise trifft wie Rick Lupert.« (Raphaela Edelbauer)
Rick Lupert (*2001) studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien. Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften, u.a. DAS GRAMM. Sein Debütroman »Der schlimmste Feind« erschien 2024.
Für die Arbeit an seinem zweiten Roman »Erinnern an uns« erhielt er ein Residenzstipendium der Jan-Michalski-Stiftung. Aktuell studiert Rick Lupert Literarisches Schreiben und Lektorieren in Hildesheim.
Moderiert wird der Abend von Luis Löwenstein.
Dauer: 90min
In Kooperation mit: Rick Lupert
Termine
Freitag, 20.03.2026 21:00 Uhr
Voll : 8€, Ermäßigt: 5€, Förderpreis: 10€