Gisela Kohl-Eppelt gewinnt den Großen Autorenwettbewerb

Die Siegerin Frau Gisela Kohl-Eppelt - cc by Robert RaithelAm letzten Donnerstag, den 09.07.2015, war es endlich soweit. Rund 60 Gäste erwarteten im Pöge-Haus gespannt, für welchen Beitrag sich die Jury des Autorenwettbewerbes „Leipzig – Die utopische Kommune“ entschieden hatte. Wenig später strahlte die Gewinnerin gelöst, als Andrea Hensel vom Institut für Theaterwissenschaft feierlich verkündete: „The winner is: Frau Gisela Kohl-Eppelt“ mit ihrer Geschichte „Ein kleines Blatt vom Baum der Geschichte oder Frau Grau sieht rot“. Der gut gearbeitete Text, dessen Handlung zur Wendezeit ’89 spielt, so die einhellige Meinung der Jury – zu der neben Frau Hensel auch Frau Dr. Christel Hartinger, Prof. Dr. Günther Heeg und Daniel Schade gehörten – bestach vor allem dadurch, dass es der Autorin gelang, eine ganz persönliche Geschichte zu erzählen, durch die die Zeitgeschichte gleichzeitig unaufdringlich durchschimmere. „Das kann gelingen, muss es aber nicht.“, so Hensel. Der Text habe weiterhin einen besonderen Abstand zu den handelnden Personen, „Distanz ohne zu denunzieren und ohne sich gängiger Cliches zu bedienen“. Außerdem käme die Textstruktur, deren häufige Brüche und Ortswechsel die Geschichte noch Jury-Entscheidungverdichten, der geplanten Dramatisierung besonders entgegen.

Anschließend tröstete Frau Dr. Hartinger die Autor/-innen, deren Beiträge das Nachsehen hatten, und versprach, jeden eingereichten Text persönlich zu besprechen, sofern der Autor oder die Autorin daran Interesse hätten.

Pressefoto#01_LuK-Siegerehrung_09.07._Preisübergabe_cc_by_Robert_RaithelDaraufhin übergab Herr Thomas Loest von der Elke und Thomas Loest Stiftung die Siegprämie und gratulierte herzlich der Siegerin, die mehr als erfreutPressefoto#02_LuK-Siegerehrung_09.07._Glückliche_Siegerin_cc_by_Robert_Raithel war über die besondere Ehrung.



Wenig später verdunkelte sich der Raum und über diePressefoto#04_LuK-Siegerehrung_09.07._Was_wir_nicht_wussten_cc_by_Robert_Raithel Leinwand flimmerte ein Streifzug durch das Leipzig von Heute, während der Wettbewerbsbeitrag „Was wir nicht wussten“ von Helma Ritter vorgelesen wurde.

Pressefoto#05_LuK-Siegerehrung_09.07._Fete_im_Punkthochhaus_cc_by_Robert_RaithelDanach bewegte sich das Publikum in Richtung Ost-Passage Theater, um sich nach einer kurzen Begegnung mit einem Wanderprediger plötzlich in einem typischen Grundriss einer Hochhaus-Wohnung der ehem. DDR wiederzufinden. „Fete im Punkthochhaus“ – ein Wettbewerbsbeitrag von Reinhard Bernhof Gott im Himmel - cc by Robert Raithelwurde hier in Auszügen szenisch gelesen, während das Publikum sich als Partygäste bei Sekt und Knabbereien wohlfühlen konnte. Höhepunkt war der Auftritt Gottes, der beständig an der rechten Einrichtung seines Homo-Sapiens-Projektes zweifelte.

Pressefoto#06_LuK-Siegerehrung_09.07._Draussen_cc_by_Robert_RaithelIm Anschluss führte der Weg des Publikums weiter, auf den Neustädter Markt zurück, wo im Schatten der Heilig Kreuz Kirche eine Wagenplatz-Szenerie vorbereitet war. Szenisch gelesen wurde nun der Wettbewerbsbeitrag „Draußen“ einer namenlosen Autorin. Das Publikum tauchte ein in die besondere Atmosphäre des Lebens unter dem freiem Himmel und wurde Teil der komplizierten Entscheidungen, die die Platzgemeinschaft auf ihren PlenaInformationen zu Wagenplätzen zu fällen hatte. Gleichzeitig konnten sich die Gäste Informationszettel zur Geschichte der Wagenplätze von der Wäscheleine angeln und Hintergründe nachlesen, die das wissenschaftliche Begleitseminar des Projektes vorbereitend recherchiert hatte.

Pressefoto#07_LuK-Siegerehrung_09.07._NIL_cc_by_Daniel_SchadeIn gelöster Stimmung endete der rundum gelungene Abend. Ein Teil des Publikums verstreute sich, während der Rest zurück im Pöge-Haus den Klangwelten des Improvisationsnetzwerkes NIL (Radiolux und Gäste) zu lauschen begann.

„Einer der magischen Momente des Kunstfestes Neustadt“ urteilte Stefan Kausch vom veranstaltetenden Pöge-Haus. Dem ist nichts hinzuzufügen.