TIM-Wochenende (2018)

### FREITAG 05.10.2018 ###

um 19:00 Uhr

Eröffnung des großen TransInterMultikulturellen (TIM) Wochenendes

Grußworte und Programmübersicht

um 20:00 Uhr

TheaterX Berlin: „Meen `Iirhabi!? Who is the terrorist!? Wer ist der Terrorist!?“

Von den Erfahrungen seines Alltags geplagt bricht Mesut, ein junger Muslim, auf der Suche nach einem Zufluchtsort in eine Moschee ein. Der Einbruch erweist sich als Beginn einer surrealen Reise auf der Suche nach Antworten. Antworten auf die Widersprüche, die sich ihm aufdrängen. Implodieren oder Explodieren?
Von vier Häusern aus wird er besucht, beraten und bedroht. Aus dem Haus der Freiheit prasseln Bilder und Schlagzeilen von Zuschreibungen eines ‚ muslimischen‘ Feindbildes auf ihn ein. Das Haus der Demokratie verspricht Mesut vermeintliche Menschenrechte. Im Haus des Volkes brodelt Hass, Hetze und Gewalt. Aus dem Haus der Sicherheit wird im „Kampf gegen den Terror“ Krieg und Überwachung exportiert.
Am Tag der Offenen Moschee liefert Mesut sich einen Schlagabtausch mit Frau Kukuk und ihren „Integrationsbitches“ und kontert gegen ihre Argumente der Leitkultur. Sich einfach nur anpassen, sich einfach nur integrieren? Diese Verheißungen entpuppen sich als Farce der Assimilationsmaschinerie. Widerstand wird umarmt und verführt und die Integrationssenatorin perfektioniert Teile-und-Herrsche bei der Berliner Oplatz-Bewegung.
Am Tag der Geschlossenen Moschee begegnet er den Stimmen von „Besorgten Bürger_innen“ und neuen Rechten – einem vermummten Chor von Hassparolen. Wie in seinen schlimmsten Alpträumen ‚ spielt‘ Beate Zschäpe mit ihm Versteckspiel und Mesut schaut dem Tod ins Gesicht. Wie im Wahnsinn beobachtet Mesut wie Beate Zschäpe dem Verfassungsschutz ihre Liebe deklariert. Der Geist der in Dresden im Gerichtssaal ermordeten Marwa El-Sherbini berichtet von ihrem tödlich geendeten Kampf um Gerechtigkeit – 32 Sekunden ist die Zeit, die ihr noch zum Sprechen bleibt um ihre Anklage gegen rassistische Morde zu erheben.
Am Tag der Hinterhofmoschee wird Mesut durch eine Höhen- und Tiefenfahrt von Eindrücken gewirbelt. Der rappende Imam versucht den verwirrten und niedergeschlagenen Mesut aufzubauen und ihm ein Vorbild wie Muhammed Ali, einen Freiheitskämpfer und Kämpfer für Gerechtigkeit, zu zeigen. Der Todesengel konfrontiert ihn mit der Gewalt in Abu Ghraib und macht mit ihm eine Wanderung durch die Trümmer des Kolonialismus und westlicher Militärinterventionen der letzten 200 Jahre im Mittleren Osten, bis er sich schließlich die Frage stellt: wer ist hier eigentlich Terrorist? Welche Gewalt wird sichtbar und welche unsichtbar gemacht?

Die Erfahrungen werden zu Bomben in Mesuts Kopf und er sucht nach einer Perspektive: Zugehörigkeit, Verständnis und Rache. Kann er den Verlockungen der „Jihadis“ widerstehen? Wird er sich manipulieren lassen? Wird er sich selbst aufgeben? Oder wird er seinen eigenen Weg des Widerstandes finden?

Theater X ist ein selbstorganisiertes, alternatives CommUNITY-Theater in Berlin-Moabit, das von Jugendlichen und Mitarbeiter*innen gemeinsam, im Co-Management, konzipiert und betrieben wird: Ein Ort für CommUNITY, Kunst und Politik. Das Profil: Künstlerische Qualität mit einem Remix aus Styles, deutlichen politischen Positionen und jugendlicher Mitbestimmung in einem solidarischen Betrieb.
X steht für Selbstbestimmung, Selbstrepräsentation,aktiven Widerstand und das Wiederentdecken und Schreiben der eigenen Geschichte von unten.
X bekämpft jegliche Form der Unterdrückung.

um 23:00 Uhr

Kayan Project

Kayan Project spielt arabische, hebräische und englische folk songs sowie eigene Lieder und mischt sie mit improvisatorischen Elementen. Die Performance wechselt Tempi, Genres und Sprachen und kombiniert Klänge und Rhythmen aus dem Nahen Osten und dem europäischen Westen. Durch den feinen Sound von orientalischen und westlichen Instrumenten entwickelt sich so ein sehr persönliches musikalisches Statement. Durch alte Volksmelodien und Eigenkompositionen öffnet dieses Projekt eine Tür zu den inneren Welten der Musiker, die aus der gleichen Gegend stammen, jedoch sehr unterschiedliche musikalische Hintergründe mitbringen; Musiker, die gemeinsam auf der Bühne stehen, um ihre Geschichten und Gefühle durch Musik auszudrücken; Musiker, die eine neue Reise in sich selbst und mit dem Publikum antreten. Leadsängerin Eden Cami, aus Israel und Palästina, ist eine Liedermacherin, die in mitten eines Konfliktgebites geboren wurde. Sie wuchs zwischen zwei Kulturen und Sprachen auf, die sie beide gleichermaßen als ihre Muttersprachen betrachtet. Indem sie die Enden beider Stränge miteinander verbindet, feiert sie den kulturellen Reichtum – der oft als Identitätskrise misverstanden wird – jeder Note und jedes Wortes aus alten und neuen Melodien. Diese werden intensiviert und sorgfältig von den Klängen und Rhythmen von Kontrabass, Oud und Schlagwerk umhüllt.Kayan Project geht es nicht nur darum Grenzen zu durchbrechen, sondern Länder und Menschen durch Musik zu verbinden.

Kayan Project performs Arabic, Hebrew and English folk and original songs infused with improvisational elements. The performance swings between times, genres and languages, combining sounds and rhythms from the Middle East and the European West, and bringing their highly-personal musical statement through the refined sound of eastern and western instruments. The project opens a door, through old folk tunes and original songs, to the inner worlds of musicians coming from the same area with very different musical backgrounds; musicians who join on stage to communicate their stories and feelings through music; musicians who embark on new journeys inside themselves and with the audience. Lead singer Eden Cami, coming from Israel and Palestine, is a singer-songwriter born in the middle of a land of conflict. Living between two cultures and languages, she embraces them equally as her two mother-tongues, tying together the two edges of their threads to celebrate the cultural wealth (often mistaken for an identity crisis) of every note and word of old and new tunes. These are intensified and carefully wrapped with the sounds and rhythms of the double bass, Oud and percussion. Kayan project is about more than breaking borders – it is about connecting lands and people through music.

### SAMSTAG 06.10.2018 ###

um 10:00 Uhr

Trans!-Form!-Action! Transformation? Wer ist Transformer? Du bist Transformer!

Theaterworkshop mit TheaterX Berlin. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Anmeldung über nachbarn[ät]ost-passage-theater.de

Wir wollen anhand von den Erfahrungen vom TheaterX die Frage angehen,
wie die Kämpfe um Veränderung organisatorisch, künstlerisch und
aktivistisch aussehen können. Den /space/ haben wir zur Verfügung
gestellt bekommen, aber bringt eure /minds/ und /bodys/ mit. Wir freuen
uns auf euch!

um 12 Uhr

Nachbarschaftstheater – Wie geht das?

Theaterworkshop mit dem Wijktheater Rotterdam. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Anmeldung über nachbarn[ät]ost-passage-theater.de

Im Workshop des Rotterdamer Wijktheaters lernen wir die Arbeitsmethoden unserer niederländischen Kollegen kennen. An Beispielen aus vergangenen Produktionen wird der Regisseur Hans Lein einen Überblick geben, über die verschiedenen Arbeitsschritte, die zum eigenen Theaterstück führen. Einige der Methoden werden wir selbst ausprobieren.

Das Rotterdamer Wijktheater macht seit 25 Jahren Nachbarschaftstheater und ist mittlerweile ein anerkanntes, staatlich gefördertes Theater. Sie arbeiten mit Menschen jeglichen Alters, aus verschiedenen Kulturen und verschiedenen sozialen Milieus, sie entwickeln mit den Anwohner Theaterstücke über ihr eigenes Leben, ihre Erfahrungen und Hintergründe. Die Stücke des RWT entstehen nach einer eigens entwickelten und bewährten Methode. Sie spielen in Sporthallen, Gemeindehäusern, Bürgertreffs. Ihre Stücke sind für viele Menschen der erste Kontakt mit dem Theater überhaupt.

um 20:00 Uhr

Wijktheater Rotterdam: „Me, Myself and I“

Eine Delegation aus Rotterdam führt eine Soloauskoppelung des Jugendstücks „Me, Myself and I“ auf und diskutiert anschließend mit dem Publikum über die eigene 25jährige Theaterarbeit, die Ansprüche einer Nachbarschaftsbühne und die Horizonte von community arts.

Das Rotterdamer Wijktheater (RWT) arbeitet mit immer neuen Gruppen von Anwohner/-innen, sowohl mit Jugendlichen, als auch mit Erwachsenen und Senioren & Seniorinnen aus verschiedenen Kulturen und verschiedenen sozialen Milieus. Das RWT macht mit ihnen Theater über ihr eigenes Leben, ihre Erfahrungen und Hintergründe. Das Team professioneller Theatermacher/-innen zieht seit 25 Jahren durch die Stadt auf der Suche nach ungehörten, unerzählten Geschichten, nach ungesehenen Helden, nach unausgesprochenen Konflikten. Die Arbeitsweise des RWT hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt und verbessert, aber es bleibt in Bewegung, genau wie das Zuammenleben der Menschen, die es bewegt.

um 23:00 Uhr

Sujoy Basu (Sitar) & Indranil Mallick (Tabla)

Wir tauchen ein in die Improvisationen der Künstler über die Ragas, die überlieferten Melodien und Grundstrukturen, über die in unendlicher Vielfalt improvisiert wird. Dabei fangen die Ragas die Stimmungen der Tageszeit und die Stimmungen des Publikums ein. Wenn die Tampura zu schwingen beginnt und die Sitar langsam zum Leben erwacht, die Tablas uns weitertreiben und wir uns dieser magischen Stimmung nicht mehr entziehen können, dann wünschen wir uns, dass dieses Konzert nie zu Ende gehen möge. Die Raga-Improvisationen  erzeugen eine tiefe gefühlvolle Musik, die die Seele der Zuhörerschaft berührt, Raum und Zeit fließen ineinander, lösen sich auf, und ein Teppich voller Klangmagie füllt den Raum und die Herzen der Zuschauer.
Jede Raga hat eine eigene Struktur und Klangabfolge, die über die Jahrtausende überliefert wurde. Diese festgelegten Elemente ermöglichen unendliche Variationsmöglichkeiten, die die Musiker bei ihrem Auftritt erforschen. Jede Raga wird, obwohl schon millionenfach gespielt, bei jedem Auftritt neu erschaffen und erlaubt die vorherrschenden Schwingungen der Tagezeit, der Jahreszeit, des Ortes in Klang auszudrücken. Kein Zuhörer kann sich dem entziehen.

Ein Mitternachtskonzert der klassischen indischen Musik in Kooperation mit dem Erfurter Friedenspalast.

SUJOY BASU ist preisgekrönter Sitarspieler, Pädagoge und Botschafter der klassischen indischen Musik. Er lehrt an der Rabindra Bharati University in Kalkutta und ist Künstler des ICCR (Indian Council for Cultural Relation).

INDRANIL MALLICK ist ein der weitgereistesten Tablaspieler Indiens. Er hat schon in Europa, Nord- und Südamerika und Asien getourt und zahllose Auszeichnungen und Preise für sein virtuoses und einfühlsames Tablaspiel erhalten.

### SAMSTAG 07.10.2018 ###

um 12:00 Uhr

TransInterMultikulturelles Parkplatzfest am Rabet

Wo normalerweise Autos parken, ist an diesem Sonntag Platz für alles, was das Leben schön macht – veganes und nicht-veganes Essen, Getränke und selbstverständlich jede Menge Theater, Tanz und Musik für die ganze Familie. Lass Dich überraschen und schau vorbei zu unserem Fest von Allen für Alle! Standanmeldung unter: anfrage[ät]ost-passage-theater.de

um 18:00 Uhr

„And All the Men and Women merely Players“

Nachbarschaftstheater zwischen Kunst und Alltag. Unter dem Begriff „Nachbarschaftstheater“ oder„soziokulturelles Theater“ wird viel verstanden und auch missverstanden. Doch worum geht es dabei wirklich? Es diskutieren mit dem Publikum Vertreter/-innen des Rotterdamer Wijktheaters, des Ost-Passage Theaters und Prof. Dr. Patrick Primavesi vom Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig.

um 20:30 Uhr

Shoko Suzuki & Begleitung

Ihr ständig wachsendes Repertoire besteht aus volkstümlichen Lieder aus Korea und Japan, die sie selbst auf einem Gayageum begleitet.

Ein Gedanke zu „TIM-Wochenende (2018)

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