Acid
264
Acid_copyright by Salzgeber
Bild: _copyright by Salzgeber
Petya (Aleksandr Kuznetsov) und Sasha (Filipp Avdeyev) leben in Moskau sind eigentlich beste Freunde. Doch seit dem Suizid eines gemeinsamen Bekannten im Drogenrausch ist ihre Beziehung gestört. Sie gehören einer ziellos umherstreifenden Generation von Zwanzigjährigen an, die für sich selbst keine besonders rosige Zukunft sieht. Stattdessen geben sich die jungen Erwachsenen Partys, Sex und Drogen hin, um ihrem eintönige Alltag zu entfliehen. Denn an adäquaten Vorbildern und Erwachsenen, die ihnen einen geordneten Alltag vorleben, mangelt es. Und obwohl Petya und Sasha in einer Art Parallelwelt existieren, versuchen sie sich doch mit Themen und Begriffen wie Familie, Freundschaft, Liebe und Zukunft auseinanderzusetzen.

„Acid“ ist der Regie-Erstling des russischen Schauspielers Aleksander Gorchilin. Der 27-Jährige gehört dem Ensemble des Moskauer Gogol-Centers an, dem führenden Avantgarde-Theater Russlands. Einige von Gorchilins Schauspielkollegen am Gogol-Center wirken in „Acid“ mit. Der Film lief auf der diesjährigen Berlinale und wurde zuletzt unter anderem auf dem Wiesbadener „GoEast“-Festival gezeigt. Dort erhielt Gorchilin den Hauptpreis für den besten Film.

Von Anfang bis Ende folgt der Filmemacher seiner verlorenen Generation der Millennials durch einen wahrhaft wilden, aufwühlenden filmischen Trip. Es ist das Porträt einer Gruppe letztlich zutiefst verzweifelter junger Menschen, denen nicht nur das Ziel sondern auch der Halt im Leben fehlt. Sie eint der Hass auf die rückständigen politischen Zustände in ihrer Heimat sowie die brüchigen familiären Verhältnisse. Fast alle sind sie ohne väterliche Bezugs- und Identifikationsfigur aufgewachsen. Besonders der insgeheim sensible und emotional fragile Sasha leidet darunter…

Hier gehts zum Trailer…

Petya, Sasha und ihre Freunde wurden in eine Welt hineingeboren, die für sie nur wenig Positives bereithält: schlechte Zukunftsaussichten, ein ebenso autoritäres wie umstrittenes politisches System sowie zerrüttete Familienverhältnisse. Ihre Antwort darauf: Grenzüberschreitung und Exzess. Regie-Debütant Aleksander Gorchilin zeichnet in seinem pessimistischen Drama das düstere Porträt einer russischen Generation zwischen Geltungsdrang, Perspektivlosigkeit und Selbstzerstörung. (Gorchilin, D 2019 – OmdU)

Genre: Kino
Dauer: 96 Minuten
Veranstalter: Luru-Kino, Ost-Passage Theater
Reservierung: karten[at]ost-passage-theater.de