Ort

Das Gründerzeitgebäude ist 1909 als Markthalle erbaut und 1912 zum Lichtspieltheater umgebaut worden. Charakteristisch und einprägsam ist vor allem die Prunkfassade des kuppelförmigen Eingangsbereiches und die seltene Dachkonstruktion aus Betonbindern, die sogenannte „Schillerdecke“ – die dem langen eingeschossigen Bauwerk die Form eines Tonnengewölbes geben. Ab 1912 trug das Lichtspielhaus den Namen „Ost-Passage Theater“. 1962 wurde das Kino aufgrund bautechnischer Mängel und fehlender Sanierungsgelder geschlossen. Trotz einiger Zwischennutzungen verfiel es zusehens. 1994 übernahm der jetzige Eigentümer das Objekt und plante eine Instandsetzung des Objektes getreu seinem historischen Erscheinungsbild. Dieses Vorhaben konnte erst später, 2008/09 verwirklicht werden, vor allem durch die Nutzungsvereinbarung mit Aldi Nord, die das Gebäude im ursprünglichen Sinne als Markthalle nutzen und eine Aldi-Filiale im Erdgeschoss betreiben.

Die Außenfassade ist nach denkmalpflegerischen Standards rekonstruiert worden. Im Innenbereich wurde die Empore abgetragen und eine Zwischendecke eingezogen, die das Gebäude in zwei Etagen teilt. Die obere Etage von 14m Breite und 25m Länge zeugt aber noch vom Charme vergangener Tage. Die Schillerdecke auf den kuppelförmigen Betobindern trägt einen Großteil des alten Putzes und seiner Verzierung. Der lange Saal ist ein optisches Juwel, da er nicht durch senkrechte Wände, sondern durch das Tonnengewölbe flankiert wird. Eine künstlerische Nutzung drängt sich hier geradezu auf. Außerdem gibt es eine vollständige Unterkellerung, die derzeit nicht in Gebrauch ist und dementsprechend weitere Entwicklungsmöglichkeiten für das Objekt bietet.