GASTSPIEL „Aufspüren Jagen Entsorgen – Die Sprache der Neuen Rechten“ am SA 16.02. um 20 Uhr

Spannende Theaterprojekte werden bekanntlich nicht nur in Leipzig produziert. Um so glücklicher sind wir darüber, dass es uns gelungen ist, eine besondere Produktion aus der sächsischen Hauptstadt nach Leipzig zu lotsen. Am Samstag, den 16.02., gastiert das Dokumentartheaterstück „Aufspüren Jagen Entsorgen“ um 20 Uhr am Ost-Passage Theater.

In dem Bühnenprojekt von theater MERIDIAN dresden wird fast ausschließlich die Sprache der Neuen Rechten benutzt. Die Gruppe geht dabei auf das Grundsatzprogramm der AfD ein, verwendet Auszüge aus anderen Schriften und Reden, demonstriert den Umgang mit Presse und Internet, schlägt über Hasskommentare einen Bogen zum Aufruf zur Gewalt und endet schließlich mit dokumentierten Angriffen aus dem rechten Lager.

Die Inszenierung von Regisseur Arne Retzlaff (u.a. 2000-2013 Schauspieldirektor an den sächsischen Landesbühnen) nimmt vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Stim-mung in Sachsen genau jenen Übergang ins Visier, bei dem über die Sprache Denkpro-zesse zu Haltungen und schließlich Handeln werden. Und was da durch die Darstellende Kunst sichtbar wird, unterstreicht die Bedeutung eines aktuellen politischen Theaters.

„Als Zuschauer verlässt man den Raum mit der Erkenntnis, die einen erschaudern lässt: Fiktives Theater war das nicht. Das war und ist unsere aktuelle Realität, komprimiert auf einen Abend.“ (Dresdner Neueste Nachrichten, 24.09.2018)

„Odyssa“ zu den 3. Tagen der Syrischen Kultur am SA 27.10. 18 Uhr im OPT

Im Rahmen der 3. Tage der Syrischen Kultur in Leipzig gastiert am Samstag, den 27.10., um 18 Uhr der syrische Theatermacher Anis Hamdoun mit seiner Produktion „Odyssa“ bei uns am Haus.

Das Stück erzählt von der verzweifelten Suche Hudas, die gezwungen ist ihr Haus zu verlassen. Dabei flüchtet sie sich in eine tausend Jahre alte Welt voll Hoffnung und Fantasie. „Odyssa“ ist eine persönliche Suche nach Identität, Sicherheit und Zugehörigkeit, basierend auf dem Epos „Odyssee“ von Homer.

Travens „Totenschiff“ schippert heute durchs Theater

Die Berliner Gruppe Act Absurdum gastiert diesen Freitag bei uns am Haus mit ihrer aktuellen Produktion „Das Totenschiff“, einer Theateradaption des gleichnamigen Romans von B. Traven.

Das Stück handelt von einem passlosen, amerikanischen Seemann, der in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts durch Europa irrt, wo er von einem Land ins andere abgeschoben wird, bis er schließlich auf der Yorikke landet – einem Totenschiff, das nur noch fährt um zu sinken und eine Versicherungsprämie für die Kompanie einzufahren.

Die Romangrundlage, die Traven vor knapp 100 Jahren lieferte, spiegelt uns das Klima eines erstarkenden Nationalismus ins Heute und analysiert dabei scharfsinnig aber auch humorvoll die Entmenschlichung in einer Welt, die dem Prinzip von Staat und Grenzen bedingungslos folgt. Der sympathisch naive Antiheld der Geschichte taumelt durch die Abgründe des kapitalistisch-nationalistischen Systems ohne dabei sentimental zu werden, ja sogar mit einer gewissen bitteren Zuversicht.

Die Gruppe Act Absurdum hat sich 2011 in Berlin gegründet. Sie setzt sich in ihren Produktionen immer wieder satirisch mit der Dialektik politischer und gesellschaftlicher Absurditäten auseinander und nennt ihren Ansatz selbst „Anarchotheater“.

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  • Kartenreservierungen über: karten[ät]ost-passage-theater.de